Interdiözesanes Offizialat

Informationen zur Ehenichtigkeitserklärung

Das Nichtigkeitsverfahren

Das Interdiözesane Offizialat Erfurt bietet Beratungsgespräche an. Der Berater hilft bei dem Aufstellen der Klagegründe und bei den Formalitäten. Das Beratungsgespräch ist kostenlos.

Nach der Annahme der Klageschrift durch das Gericht wird der frühere Ehepartner über das anstehende Verfahren informiert. Der frühere Ehepartner des Antragstellers ist dabei nicht der Angeklagte. Auch geht es im Verfahren nicht um die Frage, wer am Scheitern der Ehe schuld war. Zu prüfen ist allein, ob die benannten Nichtigkeitsgründe zum Zeitpunkt der Heirat vorlagen oder nicht.

Im Rahmen der anschließenden Beweisaufnahme werden beide Partner der gescheiterten Ehe jeweils persönlich befragt. Außerdem sind Zeugen anzuhören, das heißt Personen aus dem Umfeld der Partner. Es werden schriftliche Protokolle erstellt. Am Ende der Beweisaufnahme haben die Partner der gescheiterten Ehe die Gelegenheit, die Verfahrensakten einzusehen.

Verfahrensdauer und Kosten

Das Verfahren wird in der Regel durch ein dreiköpfiges Richtergremium entschieden. Gegen dieses Urteil kann beim zuständigen Gericht der II. Instanz Berufung eingelegt werden. Die Verfahrensgebühr für ein erstinstanzliches Ehenichtigkeitsverfahren beträgt bei den deutschen Offizialaten 200 €. In Fällen mit dem Klagegrund Eheunfähigkeit kann ein psychologisches Gutachten erforderlich werden, für dessen Erstellung ein Sachverständigen-Honorar anfällt. Sind fremdsprachige Dokument zu übersetzen oder Anhörungen in anderen Sprachen zu führen, trägt der Kläger die Kosten für eine amtliche Übersetzung. Das Verfahren dauert etwa 12 - 18 Monate.

Klageantrag

Antrag auf Ehenichtigkeitserklärung

Andere Verfahrensarten

Neben dem Ehenichtigkeitsverfahren gibt es noch andere Verfahrensarten. Nachfolgend werden nur die Verfahrenstypen vorgestellt, ohne Einzelheiten und Formalitäten zu erklären. Die Einzelheiten erfahren Sie im Beratungsgespräch durch die Mitarbeiter des Offizialats.

Beim Dokumentenverfahren steht von vornherein fest, dass die Ehe ungültig ist. Das kann u.a. der Fall sein, weil der trauende Geistliche nicht über die nötigen Vollmachten verfügt hat oder, weil ein Partner verschwiegen hat, dass er bereits verheiratet war. In diesem Fall werden die Dokumente überprüft, aus denen die Nichtigkeit der Ehe hervorgeht.

Beim Inkonsummationsverfahren wurde die Ehe geschlechtlich nicht vollzogen, d.h. die Ehepartner haben nach der kirchlichen Eheschließung nie miteinander Intinverkehr gehabt. Eine solche nichtvollzogene Ehe kann vom Papst aufgelöst werden.

Bei einem Verfahren „zugunsten des Glaubens“ war wenigstens ein Partner ungetauft. Nach dem Scheitern der Ehe strebt einer der Partner eine Ehe in der Katholischen Kirche an. Hier muss der Nachweise der Nicht-Taufe erbracht werden. Außerdem darf der neue Partner nicht Schuld am Scheitern der aufzulösenden Ehe sein.

Bei der Lösung der Ehe nach dem „Privilegium Paulinum“ waren beide Partner einer Ehe ungetauft. Ein Partner lässt sich taufen und möchte nach dem Scheitern der Ehe seinen neuen Partner in katholischer Form heiraten.

Wo ist ein kirchlicher Ehenichtigkeitsprozess zu führen?

Interdiözesane Offizialat Erfurt

Interdiözesane Offizialat Berlin

Ein Beratungstermin kann in den Dienststellen Berlin und Erfurt telefonisch vereinbart werden. Dort erhalten Sie Hilfestellung und Unterstützung sowie Unterlagen für die Ausarbeitung einer erforderlichen Klageschrift.

Außerdem können Sie sich auch an die Ordinariate der anderen Diözesen wenden, die Beratungsgespräche vermitteln können: